Am 5., 6. und 7. März präsentiert Regisseur Amos Gitai im Teatros del Canal (Sala Roja Concha Velasco) die Spanien-Premiere seines Stücks das in Anlehnung an den jüdischen Mythos des Golem über das Leiden verfolgter Menschen und Zyklen der Gewalt reflektiert. Die Aufführung erfolgt auf Französisch, Jiddisch, Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Hebräisch, Ladino und Russisch mit spanischen Übertiteln.
Nach seinem Gastspiel mit House ist der israelische Filmemacher und Theaterregisseur erneut im Teatros del Canal zu Gast. Mit seiner Inszenierung, die eine der bekanntesten Figuren der kabbalistischen Tradition aufgreift, reflektiert er über die Verfolgung und Verletzlichkeit von Minderheiten in der heutigen Welt.
Eine den Verfolgten und Unterdrückten dieser Welt gewidmete Kindergeschichte von Isaac Bashevis Singer ist Ausgangspunkt des Stücks – verwoben mit Texten von Joseph Roth, Lamed Shapiro und biografischen Fragmenten der Darsteller selbst. Entstanden ist eine vielschichtige Inszenierung, die in einer Überlagerung aus Mythos und Gegenwart die ewige Spannung zwischen Schöpfung und Vernichtung beleuchtet.
So kreiert Gitai ein sensorisches Bühnenmosaik mit einem Zusammenspiel persönlicher Geschichten, verschiedener Sprachen, Live-Musik und Zeitzeugenberichten, die all jenen, die durch Konflikte, Intoleranz oder willkürliche politische Entscheidungen vertrieben wurden, ein Gesicht verleihen. Die Figur des Golem, des aus Lehm geschaffenen Wesens, das das jüdische Volk in Zeiten der Gefahr beschützen soll, wird so zu einem universellen Symbol des Widerstands, aber auch zu einer Warnung vor den Gefahren der Macht und der fließenden Grenze zwischen Befreiung und Gewalt. Mithilfe eines multikulturellen Ensembles aus Schauspielern und Musikern bietet das Stück eine zeitgenössische Interpretation des jüdischen Kulturerbes und projiziert diese auf brennende Fragen unserer Gesellschaft.
Amos Gitai, 1950 in Haifa (Israel) geboren, ist ein angesehener israelischer Regisseur, dessen Werk sich durch seinen kritischen und humanistischen Blick auf die sozialen und politischen Konflikte im Nahen Osten auszeichnet. Er hatte zunächst Architektur studiert, begann aber während des Jom-Kippur-Krieges zu filmen – eine Erfahrung, die seine künstlerische Wahrnehmung tief geprägt hat. Im Laufe seines Schaffens inszenierte er bisher über 90 Produktionen, darunter Spielfilme, Dokumentarfilme, Theaterstücke und Installationen, mit denen er regelmäßig auch auf Festspielen wie Cannes und Venedig vertreten ist.
Gestalter:
Veranstaltungsort: Teatros del Canal - Sala Roja Concha Velasco
- Text - Amos Gitai und Marie-José Sanselme
- Regie - Amos Gitai
- Darsteller - Bahira Ablassi, Irène Jacob, Micha Lescot, Laurent Naouri, Menashe Noy, Minas Qarawany, Anne-Laure Ségla
- Musiker - Alexey Kochetkov (Violine und Synthesizer), Kioomars Musayyebi (Santur), Florian Pichlbauer (Klavier)
- Sänger - Dima Bawab, Zoé Fouray, Sophie Leleu (Gesang und Harfe), Marie Picaut
- Recherche - Rivka Markovitski Gitai
- Regieassistenz - Céline Bodis
- Beleuchtung - Jean Kalman mit Unterstützung von Juliette de Charnacé
- Ton - Éric Neveux
- Bühnenbild - Amos Gitai mit Unterstützung von Sara Arneberg Gitai
- Frisuren und Maske - Cécile Kretschmar mit Unterstützung von Jean Ritz
- Kostüme - Fanny Brouste mit Unterstützung von Isabelle Flosi
- Patina-Effekte der Kostüme - Emmanuelle Sanvoisin
- Video - Laurent Truchot
- Musikalischer Berater und Chorleiter - Richard Wilberforce
- Übertitelung - Katharina Bader
- Berater und Sprachcoach für Jiddisch - Shahar Fineberg
- Anfertigung von Requisiten, Kostümen und Bühnenbild - Werkstatt von La Colline
- Produktion - La Colline – Théâtre National
- Dank an - Kelly Claudette, Nadia Déhan-Rotschild, Céleste Girot, Théâtre du Châtelet, Yitskhov Niborski, Cécile Trémolières
- Vertrieb in Spanien - Pilar de Yzaguirre und Ysarca Arts Promotion
Dauer: ca. 2 Stunden 15 Minuten (ohne Pause)
Sprachen: Französisch, Jiddisch, Deutsch, Englisch, Arabisch, Spanisch, Hebräisch, Ladino und Russisch mit spanischen Übertiteln